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04.12.2002  -  «Wenigstens keine Angst mehr vor dem Zahnarzt»

 

Artikel vom 4. Dezember 2002 / Quelle: Blick

Der Zahn-Report
«Wenigstens keine Angst mehr vor dem Zahnarzt»
 
VON SANDRO COMPAGNO UND KLAUS ZAUGG
 

Beisst trotz Zahnlücke: NLA-Topskorer Sébastien Bordeleau.
FOTO: ANDY BLUMENTHAL
ZÜRICH – Nun ist der Beweis erbracht: Die Welschen haben im Eishockey am wenigsten Biss.
 
Der BLICK-Zahnreport deckt auf: Schlusslicht Lausanne hat am wenigsten Biss. Logisch: Den Stars des HC Lausanne fehlen am meisten Zähne – insgesamt 40.

Spass beiseite: Der Mensch braucht nicht alle 32 Zähne, um im Hockey bissig zu sein. Der beste Beweis dafür ist der Franko-Kanadier Sébastien Bordeleau (also ein «Welscher»), Topskorer der NLA (14 Tore, 21 Assists). Ihm fehlen drei Beisserchen.

Mit der definitiven Reparatur wartet er bis nach dem Karrierenende und überdeckt bis dahin die Zahnlücken mit einer abnehmbaren Prothese.

Grundsätzlich gilt für Hockeyspieler: Nach einem Zahnunfall wird fertig gespielt. Bordeleau: «Man lässt sich Eis auflegen und geht erst nach dem Spiel zur Behandlung.»

Den Zahnunfällen gewinnt er auch etwas Positives ab: «Ich habe inzwischen wenigstens keine Angst mehr vor dem Zahnarzt...»

Die 29 Zähne, die ihm geblieben sind, schützt er jetzt mit einem Zahnschutz – verziert mit seiner Rückennummer 71 und der kanadischen Flagge.

Ein Zahnschutz schützt nicht nur das Gebiss.

Wie der Schweizer Sportarzt Dr. Nicola Biasca in einer Studie herausgefunden hat, bewahrt der Zahnschutz oft auch vor einer Gehirnerschütterung. Schläge gegen das Gebiss können sich so im Kopf fortpflanzen, dass sie eine Gehirnerschütterung auslösen. Der Zahnschutz schwächt diese Wirkung ab.

Den Liga-Rekord hält Lausannes Verteidiger Bruno Steck: «Ich spielte bei Martigny in der NLB, warf mich in einen Pass und der Puck traf mich mitten ins Gesicht.» Steck verlor elf Zähne!

Nach diesem Malheur erhielt er ein Provisorium – doch kurze Zeit später schlug ihm Churs Marcel Wick den Stock ins Gesicht: Die Brücke fiel heraus und riss die verankernden Zähne gleich mit.

Die Kosten von rund 20 000 Franken übernahm die Versicherung, machte Steck aber die Auflage, fortan immer mit Zahnschutz zu spielen.

Den absoluten Rekord hält aber Simon Schenk, heute Sportchef der ZSC Lions und SVP-Nationalrat.

Er war noch Spieler in Langnau, als er durch einen Stockschlag von Jean Pousaz zwölf Zähne verlor.

 

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